1. Grundlagen sind das Alles
Im Fach Latein kommt es mehr als in anderen Fächern auf die Grundlagen an. Beim Hausbau benötigt man ein gutes Fundament, sodass man ein solides Haus bauen kann. Ebenso ist es im Fach Latein. Wenn du die Basics nicht beherrschst, dann wird es fast unmöglich sein, eine gute Note zu bekommen. Denn im Fach Latein baut die gesamte Grammatik aufeinander auf.
Beispiel: Substantive der a- und o-Deklination: Die lernst du bereits in der ersten Stunde. Du solltest sie wie im Schlaf deklinieren können. Denn die Endungen der einzelnen Fälle benötigst du für die Adjektive der a- und o-Deklination und später für das Partizip Perfekt Passiv und den Ablativus Absolutus.
2. Satzglieder abfragen
Das ist eine absolute Grundlage und ich bemerke häufig, dass DAS fehlt! Um einen lateinischen Satz übersetzen zu können, musst du die einzelnen Fälle abfragen und den richtigen Fall im Deutschen bilden.
Beispiel: Virum video.
Virum ist Akkusativ Singular (wegen der Endung „-um“) von „vir“ (der Mann). „Video“ heißt „ich sehe“. Beim Akkusativ fragt man „Wen oder was?“. Also: „Wen oder was sehe ich?“ – Lösung: „den Mann“.
Der Satz lautet im Deutschen: „Ich sehe den Mann.“
Hier ist das Problem meiner SchülerInnen nicht, dass sie den Akkusativ nicht erkennen. Sie haben häufig ein Problem damit, den Satz richtig abzufragen und den Akkusativ Singular im Deutschen zu bilden!
3. Und nochmal Grundlagen: KNG-Kongruenz
Die KNG-Kongruenz wird auch die KöNiGs-Regel genannt. Die Buchstaben KNG stehen für „Kasus“, „Numerus“ und „Genus“. Von Adjektiven bis zu Partizipien: Die lateinische Grammatik verlangt (fast) immer, dass eine Übereinstimmung zwischen Kasus, Numerus und Genus hergestellt wird. Das kann bedeuten, dass die Endung der von zwei Wörtern gleich ist, muss es aber nicht. Du solltest deshalb die Endungen der Substantive sehr gut könen. Denn die KNG-Kongruenz dich in jedem lateinischen Satz bis zum Abitur begleiten!
4. Lerne die Vokabeln schlau – weniger ist mehr
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man sich sieben Vokabeln auf einmal einprägen kann. Danach benötigt das Gehirn eine Pause. Mach dir das Leben nicht selbst schwer und lerne immer nur sieben Stück auf einmal. Danach machst du andere Hausaufgaben und lernst dann weitere sieben Vokabeln.
5. Vokabeln wiederholen – weniger ist mehr
Es ist ebenfalls wissenschaftlich belegt, dass man eine Vokabel erst nach fünf Wiederholungen wirklich im Langzeitgedächtnis abgespeichert hat. Lerne und wiederhole daher wenige Vokabeln lieber öfter als dich vor einer Arbeit stundenlang zu quälen. Am besten eignet sich für regelmäßiges Wiederholen der Vokabelkasten.
6. Vokabel ist nicht gleich Vokabel – ALLES ist wichtig
Im Lateinischen reicht es nicht, nur die Vokabel zu können. Bei vielen Vokabeln steht wichtige Zusatzinformation, die du unbedingt mitlernen musst!
Beispiel Substantiv: mons, montis, m. = der Berg
Da es sich hier um ein Substantiv der 3. Deklination handelt, musst du den Genitiv (montis) und das Geschlecht (m. = maskulin) mitlernen. Andernfalls kannst du das Wort nicht in allen Fällen durchbeugen und die KNG – Kongruenz (z. B. bei Adjektiven) nicht anwenden.
Beispiel Verb: laedere, laedo, laesi, laesum = verletzen
Hier handelt es sich um ein unregelmäßiges Verb mit Stammformen. Nur wenn du diese Stammformen kannst, kannst du in einem Text zum Beispiel die Form „laesus“ oder „laeserunt“ erkennen und sie der Grundform „laedere“ zuordnen.
7. Kleine Wörter beim Übersetzen nicht vergessen
Es klingt so banal, aber trotzdem kann es den Unterschied zwischen zwei Noten ausmachen: Viele SchülerInnen vergessen die „kleinen Wörter“ in einem Text zu übersetzen. Diese sind zum Beispiel „iam = schon“, „etiam = auch“, „autem = aber“, „ita = so“, „tum = da, dann“, „diu = lange Zeit“. Wer diese Wörter aus Leichtsinn übersieht, riskiert jeweils einen ganzen Fehler! Ich empfehle daher, am Ende der Arbeit den Text darauf zu überprüfen, ob eine kleines Wort vergessen wurde.
8. Lerne die Tabellen
Die lateinische Sprache hat den Ruf, dröge zu sein und langweilig zu sein. Das ist sie nicht (siehe 10), aber eines stimmt: das Auswendiglernen ist wichtig und Tabellen begegnen dir zu jeder Grammatik immer wieder! Tabellen stellen ein Wort oder eine Grammatik in allen Fällen (Kasus) im Singular und Plural dar. Die Formen in einem lateinischen Satz zu erkennen ist essentiell für die deutsche Übersetzung (siehe 2.).
Gerade die Tabellen zu den Pronomen „hic, haec, hoc“ (dieser, diese, dieses), „is, ea, id“ (der, die, das) oder „qui, quae, quod“ (welcher, welche, welches) lernst du am Anfang und sie werden dich bis in die Lektürephase begleiten! Ich verspreche dir, es macht Sinn diese Grundlagen zu beherrschen!
9. Du musst nicht der/die beste SchülerIn sein
Du musst nicht DIE perfekte Übersetzung präsentieren: In einer Klassenarbeit musst du nur liefern, was der Lehrplan und die aktuelle Grammatik von dir verlangt. Mit einer wörtlichen Übersetzung nach einer systematischen Vorgehensweise und mit Abfragen der Satzglieder minimierst du Fehler und bekommst automatisch eine bessere Note in der Übersetzung.
Mein Tipp für dich: Auch dein/e LehrerIn ist kein Monster und möchte, dass eure Klasse gut abschneidet. Passe deshalb in der Stunde vor der Klassenarbeit gut auf, welche Tipps er/sie noch fallen lässt.
10. Tauche ein in die antike Mythologie
Abseits von unregelmäßigen Verben, Deklinationen, und Tabellen bist du in einem spannenden Fach gelandet! Denn du darfst in Latein viel über die Antike und die Mythologie lernen und eintauchen in spannende Geschichten wie die von Orpheus und Eurydike, die Flucht Aeneas aus Troja, die Irrfahrten des Odysseus und den Ausbruch des Vesuvs! Auch in unserer heutigen Sprache wird dieses Wissen noch aufgegriffen: Wir sprechen von einer Odyssee, von Tantalus Qualen oder Sisyphus Arbeit. Bücher, Filme und Serien können dich dabei unterstützen, deinen Übersetzungstext noch besser zu verstehen und Spaß am Fach Latein zu entwickeln!
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